Hummerparadies Maine

Im Sommer wurde die Mary Rose immer in den kühleren Norden nach Maine verlegt. Vor allem um die laufend notwendigen Restaurierungen in fachkundigen Werften durchführen zu lassen, aber auch, um der Hurrikan-Saison in der Karibik auszuweichen.

Die Mary Rose erlebte mit Geri und seinen Gästen auch einige faszinierende Törns im Norden, in der Inselwelt vor Camden/Maine. Die ersten Eindrücke nach dem Auslaufen aus dem Hafen des beschaulichen Städtchens Camden: Herrlich blaues Wasser und strahlender Sonnensschein, aber die Temperatur wird hier nicht zum morgend-lichen Sprung ins Wasser reichen! Auch wenn Geri später genau diesen Sprung wagt, wärmende Kleidung ist gefragt, das Tragen von langer Unterwäsche ist nicht verkehrt. Solchermaßen bestens ausgerüstet kann alles Gebotene hervorragend genossen werden!

Allein die Morgenstimmungen bleiben unvergesslich, insbesondere allen Frühaufstehern, die mit einer Schale dampfenden Kaffee in der Hand auf dem taunassen Deck stehen. Die Sonne strahlt die Bucht an, sodass die Fichten am Ufer weite Schatten aufs Meer werfen. Ein Seeadler dreht hoch oben majestätisch seine Runden, mitunter schnaubt ein Seehund in der Nähe vorbei. Nach stärkendem Frühstück im warmen Salon geht es ans Kartenstudium: Wohin segeln wir heute? Vielleicht nach Mount Desert Island mit seinem Somes Sound, wo begüterte New Yorker ihre Sommervillen mit gepflegten Gärten den vorbeigleitenden Seglern präsentieren? Der Weg dahin wird immer wieder von Glockengeläute begleitet, einem akustischen Signal auf Bojen, um bei Nebel vor Untiefen zu warnen. Und dann heißt es immer wieder Slalom fahren, den richtigen Kurs zwischen tausenden bunten Bojen finden, die wie „M&M’s“ übers Meer verstreut sind. Damit markieren die Fischer von Maine ihre Langusten-Fangkörbe. Es ist eine wahre Industrie, und die „Fabriken“ in vielen Ortschaften an der Küste sind ein begehrtes Ziel für die hungrige Crew der Mary Rose: Hier werden fangfrische Lobster in allen Größen lecker zubereitet!

Ein Höhepunkt jeder Maine-Kreuzfahrt ist die Durchfahrt unter der Deer Isle Bridge, die den Eggemoggin Reach überspannt: Die 330 Meter lange Brücke bietet an ihrer höchsten Stelle gerade eine Clearance von 25,9 Metern. Da heißt es, zunächst den Gezeitenkalender zu studieren und möglichst bei Ebbe die Mary Rose genau unter der Mitte hindurch zu steuern, um mit dem Masttop nicht die Brücke zu touchieren. Ein Manöver, dass Geri immer als echte Herausforderung zum Finale eines Maine-Törns sieht!