Restaurierung

1975 wurde eine umfangreiche Renovierung in Angriff genommen. Dabei passierte im Trockendock ein folgenschwerer Zwischenfall: Feuer brach aus und zerstörte große Teile des Salons und die Steuerbord-Kabine.

Erst nach 2 ½ Jahren war die Gallant wiederhergestellt und konnte zu Wasser gelassen werden.

Komplette Renovierung

1994 wurde die Gallant für $ 320.000 an die Westküste, nach San Diego verkauft. Der neue Eigner verpasste der Yacht eine grundlegende Restaurierung, basierend auf Originalplänen und Dokumenten aus dem Herreshoff Maritime Museum: Das komplette Innenleben wurde ausgebaut, inklusive Motor und Tanks, die stählernen Spanten freigelegt, Teak-Deck und Interieur komplett erneuert, 60 % der Holzplanken am Rumpf ausgetauscht, der Motor ersetzt, neue Generatoren und eine Entsalzungsanlage eingebaut. Der untere Teil des Großmasts konnte erhalten werden, während das Rigg reproduziert werden musste. Auch das Steuerrad aus dem Jahr 1926 konnte restauriert werden. Die Arbeiten dauerten 6 Jahre, insgesamt 25.000 Mannstunden sollen aufgewendet worden sein! Mit neuen Segeln ausgestattet, wurde die Gallant 1999 zu Wasser gelassen und gewann kurz darauf wieder eine Regatta, die Baruna Trophy vor San Francisco!

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"Catain Nat" schützt seine Mary Rose

Zu einem letzten, unglaublichen Zwischenfall in der bewegten Geschichte der Mary Rose kommt es im November 2010 in Bristol / Rhode Island. Damals schon in der Obhut von Geri, dessen Nervenkostüm damit extrem strapaziert wurde. Der Schoner bricht von seinem Liegeplatz aus und treibt führerlos durch die Bucht. Als würde Kapitän Nathanael Greene Herreshoff seine Hand schützend über „seine“ Mary Rose halten, legt sie eine elegante Pirouette hin. Als ob es das einfachste Manöver der Welt wäre, treibt das Geisterschiff schließlich, exakt in der Mitte zwischen zwei Felsen hindurch, sanft auf die einzige Sandbank in dieser Bucht zu. Mary Rose bleibt dort mit dem Kiel im Sand stecken! Das Ganze passiert unmittelbar vor jenem Gebäude, in dem der Konstrukteur Herreshoff lebte und arbeitete, dort wo Mary Rose geplant und gebaut wurde! Doch es ist noch nicht alles ausgestanden, Ebbe setzt ein und an eine Bergung ist zunächst nicht zu denken. Endlose Stunden des Wartens folgen, alle Bewunderer der Mary Rose hoffen an diesem Tag auf ihre Rettung. Die Gefahr, sich bei Ebbe zur Seite zu neigen und gegen einen der Felsen zu stürzen, ist groß. Aber das Unglaubliche geschieht: Die stolze Mary Rose bleibt aufrecht stehen! Gegen acht Uhr abends ist die Flut endlich so weit gestiegen, dass sie von einem Bergeunternehmen ins freie Wasser geschleppt werden kann. Mary Rose übersteht dieses Ereignis nahezu unversehrt! Bereit für weitere Abenteuer...

Bei den Überstellungstörns wurden Mary Rose und die Crew immer wieder härtesten Prüfungen unterzogen: Heftige Stürme begleitet von haushohen Wellen führten immer wieder zu massiven Schäden. Der schlimmste Vorfall ereignete sich im Herbst 2011 auf dem Weg in den Süden: Zwischen New York und den Bermudas geriet die Mary Rose in einen schweren Sturm mit 80 Knoten, rund 150 Stundenkilometern, und sechs Meter hohen Wellen. Als dann die in mehreren Metern Höhe auf einer Saling sicher thronende Radar-Antenne von zwei etwa 15 Metern hohen Wellen getroffen und mit ungeheuerlicher Wucht aufs Deck geschmettert, das Innere überschwemmt und die gesamte Elektronik zerstört wurde, hat Geri entschieden, dass die Mary Rose den Sommer 2012 in der Karibik verbringt. Eine sehr weise Entscheidung, denn der verheerende Hurrikan „Sandy“ hatte auf seinem Weg entlang der Ostküste nicht nur New York schlimmste Schäden zugefügt, sondern auch die Küsten weiter im Norden in Mitleidenschaft gezogen. Dort, wo Mary Rose ihre letzten Sommer verbrachte...